Faszination Marathon

Sep
24

Als man am 10. April 1896 bei den ersten olympischen Spielen zum ersten Mal einen Marathon veranstaltete, hatte dieser noch gar nicht den heute weltweit bekannten Namen. Man wollte schlicht und einfach an die Legende erinnern, nach der ein Bote 490 vor Christus vom Schlachtfeld bei Marathon nach Athen geeilt war, um den Sieg über die Perser zu verkünden. Der Bote erreichte sein Ziel, überbrachte die Nachricht und fiel tot um. Diese Geschichte ist allerdings historisch nicht belegt. Die Strecke betrug damals etwa 38 Kilometer. Später bei den Spielen in Paris – im Jahre 1900 -, lief man dann exakt 40,2 Kilometer, die der Sieger dazumal in 2:59:45 Stunden zurücklegte. Um eine genaue Streckenvermessung sorgte man sich nicht. So wurden mal 38,5 Kilometer und mal 41 Kilometer gelaufen, je nach den örtlichen Gegebenheiten. Das war auch im Jahre 1908 so, als eine englische Prinzessin bei der Olympiade in London den Wunsch äusserte, den Start des Marathons von ihrem Fenster im Palast von Windsor aus zu sehen. Diesen Wunsch konnte man ihr natürlich nicht ausschlagen und daher betrug die Strecke genau 42,195 Kilometer. Diese exakt gemessene Distanz wurde damals für zukünftige Spiele offiziell festgelegt. Die sogenannte „klassische Distanz“ hat also nicht die Legende von Marathon zum Ursprung, sondern auch das sportliche Interesse einer königlichen Hoheit, ohne das die Läufer heute vielleicht schon nach 40 Kilometern im Ziel wären.